Die britische BBC plant, die von US-Präsident Donald Trump eingereichte 5-Milliarden-Dollar-Defamationsklage vor einem Florida-Gericht abweisen zu lassen. Der Streit dreht sich um eine bearbeitete Aufnahme aus Trumps Rede vom 6. Januar 2021 in einer Panorama-Dokumentation, die den Eindruck erweckte, er habe explizit zum Sturm auf das Kapitol aufgerufen. Trotz einer früheren Entschuldigung der BBC beharrt Trump auf Schadensersatz.
Hintergrund des Streits
Trump reichte die Klage im Dezember 2025 in Miami ein und fordert je 5 Milliarden Dollar für Verleumdung sowie Verstoß gegen Floridas unlauteren Handelspraktiken. Die BBC hatte die Dokumentation „Trump: A Second Chance?“ kurz vor der US-Wahl 2024 ausgestrahlt und Teile der Rede zusammengefügt, was zu Rücktritten im Sender führte. Obwohl der Sender den Schnitt als „Fehler im Urteil“ bedauerte, sieht er keine Grundlage für eine Klage.
Strategie der BBC
Die BBC wird einen Antrag auf Abweisung stellen und argumentiert mit fehlender Gerichtsbarkeit in Florida, da die Sendung nicht dort produziert oder ausgestrahlt wurde. Zudem fehle Trump der Nachweis von „actual malice“, dem hohen Standard für Verleumdungsklagen öffentlicher Personen in den USA. Der Sender beantragt zudem eine Aussetzung weiterer Beweisaufnahme bis zur Entscheidung.
Rechtliche Herausforderungen
Experten bezweifeln Trumps Erfolgschancen, da die Klage „übertrieben“ wirkt und kein signifikanter Schaden nachweisbar ist – Trump gewann die Wahl 2024 trotz der Sendung. Die Dokumentation war über BritBox in den USA zugänglich, doch das reicht nicht für Jurisdiction. Ähnliche Klagen Trumps gegen US-Medien endeten oft mit Vergleichen.
Quellen
BBC beantragt Abweisung von Trumps 5-Milliarden-Dollar-Klage wegen Verleumdung
Die BBC beantragt die Abweisung von Trumps 10-Milliarden-Dollar-Verleumdungsklage vor einem Gericht in Florida.