Israel hat am 1. Januar 2026 die Genehmigungen für 37 Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen widerrufen, darunter bekannte Namen wie Ärzte ohne Grenzen, das Rote Kreuz und Amnesty International. Die israelische Behörde COGAT (Koordination für Regierungsaktivitäten in den Gebieten) begründet dies mit Sicherheitsbedenken und Vorwürfen der Unterstützung terroristischer Gruppen wie der Hamas. Kritiker sehen darin jedoch eine politische Maßnahme, um die Kontrolle über Gaza zu festigen.
Die Organisationen berichten, dass sie seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 ohnehin nur eingeschränkten Zugang hatten. Nun droht ein vollständiger Ausschluss, was Lieferungen von Medikamenten, Nahrung und Wasser behindert. Stand: 11.01.2026, 02:42 Uhr.
Auswirkungen auf die Gaza-Bevölkerung
Für die etwa 2,1 Millionen Einwohner Gazas, von denen über 90 Prozent vertrieben wurden, sind die Folgen dramatisch. Die UNO warnt vor einer Hungersnot: Bereits jetzt fehlen Grundversorgungsgüter, Krankenhäuser kollabieren, und Infektionskrankheiten grassieren. Ohne Hilfsorganisationen könnte die Sterberate explodieren, insbesondere bei Kindern und Älteren.
Experten schätzen, dass täglich Tausende Tonnen Hilfsgüter benötigt werden, die nun ausbleiben könnten. Palästinensische Quellen sprechen von einer “kollektiven Bestrafung”, während Israel auf Schmuggelvorwürfe verweist.
Kritik aus der internationalen Gemeinschaft
Die betroffenen Organisationen fordern sofortigen Wiedereintritt. “Das ist ein Angriff auf die humanitäre Hilfe”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Human Rights Watch und Oxfam. Die EU und die USA haben Israel zu Verhandlungen aufgefordert, während Deutschland eine klare Haltung einnimmt: Außenminister Johann Wadephul betonte, humanitäre Hilfe dürfe nicht instrumentalisiert werden.
In sozialen Medien trendet #GazaAccess unter Hilfsarbeitern, mit Aufrufen zu Boykotten israelischer Produkte.
Mögliche Konsequenzen und Ausblick
Ohne schnelle Lösung droht eine Verschlechterung der Krise: Die Hamas könnte ihre Position stärken, während Israel internationale Isolation riskiert. Verhandlungen über eine Waffenruhe inklusive Hilfskorridoren stehen an. Die UN-Sicherheits resolution 2720 vom Dezember 2023 fordert bereits offenen Zugang – bisher ohne Erfolg.
Quellen
Hilfsorganisationen kritisieren fehlenden Gaza-Zugang
Gaza: Israel kündigt 37 Hilfsorganisationen die Lizenz