Zum Jahreswechsel hat die deutsche Polizei erneut vor möglichen Angriffen und Ausschreitungen gewarnt. Nach den Vorfällen des Vorjahres, bei denen vor allem Einsatzkräfte in mehreren Großstädten mit Feuerwerkskörpern attackiert wurden, bereiten sich die Behörden in Berlin, Hamburg, Köln und anderen Metropolen auf eine unruhige Silvesternacht vor.
Innenminister und Polizeiführungen mahnen zur Vorsicht und appellieren an Bürgerinnen und Bürger, verantwortungsvoll zu feiern. Laut Bundesinnenministerium soll die Zahl der Einsatzkräfte deutlich erhöht werden, um mögliche Brennpunkte schnell unter Kontrolle zu bringen.
Verstärkte Polizeipräsenz in Großstädten
In mehreren Städten werden Spezialeinheiten, Feuerwehr und Rettungsdienste in Alarmbereitschaft versetzt. Die Berliner Polizei kündigte an, rund 4.000 Beamtinnen und Beamte einzusetzen, um für mehr Sicherheit in der Hauptstadt zu sorgen. Besonders im Fokus stehen Stadtteile, in denen es im letzten Jahr zu Angriffen auf Einsatzkräfte kam, etwa Neukölln und Kreuzberg.
Auch in Nordrhein-Westfalen und Bayern werden Einsatzkonzepte verschärft. „Wir ziehen Lehren aus den Vorfällen im vergangenen Jahr“, sagte ein Sprecher der Polizei Köln. Ziel sei es, frühzeitig zu deeskalieren, aber konsequent einzuschreiten, wenn Angriffe beginnen.
Politische Debatte über Feuerwerksverbot
Parallel zur Sicherheitsdebatte wurde erneut über ein mögliches Böllerverbot in Städten diskutiert. Politikerinnen und Politiker von SPD, Grünen und der Linkspartei fordern bundesweite Zonen, in denen privates Feuerwerk untersagt ist. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt diese Forderung – vor allem, um die Einsatzkräfte besser zu schützen.
Die Union hält dagegen: Ein generelles Verbot treffe auch die vielen Feiernden, die sich an Regeln hielten, heißt es aus der CDU. Stattdessen müssten Täter gezielt belangt werden, die Gewalt und Chaos anzettelten.
Einsatzkräfte appellieren an Zusammenhalt
Mehrere Polizeigewerkschaften betonen, dass gesellschaftlicher Respekt gegenüber Rettungskräften unerlässlich sei. „Was wir brauchen, ist keine neue Verbotspolitik, sondern ein Umdenken in der Bevölkerung“, erklärte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke. Auch Feuerwehrverbände rufen dazu auf, Rettungskräfte nicht zu blockieren oder zu attackieren – denn sie seien im Einsatz, um Leben zu retten.
Quellen
Silvester-Einsatz: Polizei stellt sich auf mögliche Gewaltausbrüche ein
Polizei erwartet erneut Angriffe und Krawalle zum Jahreswechsel

