Nach einer erneuten Welle schwerer Verletzungen durch Feuerwerkskörper hat der Präsident der Bundesärztekammer ein umfassendes Verbot der „wilden Böllerei“ gefordert. Jedes Jahr landen Hunderte Menschen mit Brand- und Handverletzungen in deutschen Notaufnahmen. Besonders betroffen seien Jugendliche und alkoholisierten Feiernde, so der Ärztepräsident.
Er betonte, dass durch achtlose oder illegale Böllerei regelmäßig Rettungskräfte gefährdet und Krankenhäuser überlastet würden – insbesondere in Zeiten, in denen medizinisches Personal ohnehin stark beansprucht sei.
Forderung nach geordneten, kommunalen Feuerwerken
Der Ärztepräsident sprach sich dafür aus, private Silvesterfeuerwerke durch zentral organisierte, kommunale Veranstaltungen zu ersetzen. Diese könnten sicherer, umweltfreundlicher und für die Bevölkerung attraktiver sein. Städte wie Hannover oder München hätten bereits gute Erfahrungen mit öffentlichen Light- und Lasershows gemacht.
Auch Umweltverbände unterstützen die Forderung. Neben der hohen Verletzungsgefahr belaste die Böllerei jedes Jahr die Luftqualität erheblich – laut Umweltbundesamt entsteht allein in der Silvesternacht etwa ein Fünftel der jährlichen Feinstaubbelastung in Deutschland.
Politik prüft mögliche Verschärfungen
In der Bundesregierung wird erneut über strengere Regeln für den Verkauf und die Nutzung von Feuerwerkskörpern diskutiert. Einige Fraktionen im Bundestag fordern ein generelles Verbot für Privatpersonen, während andere lediglich zusätzliche Sicherheitszonen und Aufklärungskampagnen befürworten.
Ob es bereits zum kommenden Jahreswechsel zu Änderungen kommen wird, ist noch offen. Klar ist jedoch: Der öffentliche Druck auf die Politik wächst – sowohl aus Ärztekreisen als auch aus der Bevölkerung.
Quellen
Ärztepräsident: Schluss mit der gefährlichen Silvester-Böllerei
Mediziner verlangen hartes Vorgehen gegen Wilde Böllerei