In der Nacht zum Samstag heulten in weiten Teilen der Ukraine erneut die Luftschutzsirenen. Nach Angaben des ukrainischen Zivilschutzes wurden im ganzen Land Raketenstarts aus Russland registriert. Betroffen waren vor allem die Regionen Kiew, Dnipropetrowsk, Charkiw und Lwiw. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Umgehungen zu meiden und Schutzräume aufzusuchen.
Laut ukrainischen Militärquellen handelte es sich um eine koordinierte Angriffswelle mit Marschflugkörpern und Drohnen, die aus dem russischen Luftraum abgefeuert wurden. Erste Einschläge wurden in industriellen Gebieten gemeldet.
Zivile Infrastruktur im Visier
Nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums trafen mehrere Raketen Ziele der Energieversorgung. Teile der Region Poltawa waren zeitweise ohne Strom. Auch in Lwiw und Kiew kam es zu Unterbrechungen im öffentlichen Nahverkehr.
Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Angriffe scharf und sprach von einem „weiteren Versuch Russlands, die Moral der Bevölkerung zu brechen“. Er kündigte an, dass die ukrainischen Verteidigungskräfte „mit maximaler Stärke“ reagieren würden.
Reaktionen aus dem Ausland
Internationale Beobachter verurteilten die neuen Angriffe deutlich. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass „Russlands fortgesetzte Luftangriffe auf zivile Ziele Kriegsverbrechen darstellen“. Auch die USA versicherten, die Ukraine weiterhin militärisch und finanziell zu unterstützen.
Militärexperten wiesen darauf hin, dass die wiederholten nächtlichen Angriffe auch das Ziel hätten, die ukrainische Luftabwehrsysteme zu überlasten.
Ausblick und Bewertung
Die wiederholten Raketenalarme zeigen, dass der Krieg trotz internationaler Friedensappelle in eine anhaltende Eskalationsphase getreten ist. Während die ukrainische Luftabwehr nach eigenen Angaben über 70 Prozent der Geschosse abfangen konnte, bleibt die Bedrohung für die Zivilbevölkerung hoch.
Beobachter gehen davon aus, dass Russland in den kommenden Wochen seine Angriffe verstärken könnte, um Druck auf das ukrainische Stromnetz und die Versorgungslinien auszuüben.
Quellen
Neue Raketenangriffe: Ukraine meldet landesweiten Luftalarm
Ukraine unter Beschuss – Wieder Raketenalarm in mehreren Regionen