Das ukrainische Militär hat den Verlust der Stadt Siwersk in der Region Donezk offiziell eingeräumt. Laut dem Generalstab sei der Rückzug notwendig gewesen, um eigene Kräfte zu schonen und eine mögliche Einkesselung zu vermeiden. Die russischen Truppen hätten über „einen erheblichen Vorteil bei Personal und Ausrüstung“ verfügt, hieß es in einer Stellungnahme.
Bedeutung von Siwersk für die Frontlinie
Siwersk galt als wichtiger Verteidigungspunkt an der östlichen Front der Ukraine. Mit dem Verlust der Stadt könnte Russland nun seine Position in Richtung Bachmut und Slowjansk weiter ausbauen. Militäranalysten sehen darin einen taktischen Erfolg für Moskau, das offenbar versucht, die Kontrolle über die gesamte Region Donezk zu erlangen.
Reaktionen aus Kiew und Moskau
In Kiew sprach das Verteidigungsministerium von einer „notwendigen taktischen Entscheidung“. Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte in seiner abendlichen Ansprache, dass die Ukraine weiterhin auf westliche Waffenlieferungen und internationale Unterstützung angewiesen sei, um die Front zu stabilisieren. Das russische Verteidigungsministerium hingegen sprach von einem „entscheidenden Sieg“ und erklärte, Siwersk vollständig unter Kontrolle zu haben.
Lage der Zivilbevölkerung bleibt kritisch
Während die Kämpfe vorerst abgeflaut sind, bleibt die humanitäre Situation in der Region angespannt. Tausende Einwohner sollen in umliegende Ortschaften geflohen sein, viele von ihnen ohne Zugang zu Strom oder medizinischer Versorgung. Hilfsorganisationen versuchen weiterhin, Evakuierungen zu koordinieren.
Quellen
Siwersk fällt an Russland – Kiew spricht von „überlegenem Gegner“
Ukraine verliert wichtige Frontstadt Siwersk in der Region Donezk