Die Union hat eine stärkere Begrenzung der Bewegungsfreiheit für Asylsuchende ins Gespräch gebracht. Geflüchtete sollen nach dem Willen einiger CDU/CSU-Politiker künftig verpflichtet werden, in dem Bundesland zu bleiben, dem sie zugewiesen wurden. Ziel sei es, die Belastung einzelner Regionen gerechter zu verteilen und „Sekundärmigration“ innerhalb Deutschlands zu verhindern. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erklärte, es brauche „klare und verbindliche Regeln“ für die Aufenthaltsorte von Asylbewerbern.
SPD warnt vor rechtlichen und humanitären Problemen
Die SPD reagiert kritisch auf die Vorschläge. Parteivize Serpil Midyatli sprach von „Symbolpolitik auf Kosten der Schwächsten“. Eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit würde weder die Integration fördern noch die tatsächlichen Ursachen überfüllter Unterkünfte lösen. Auch das Bundesinnenministerium betonte, dass bestehende Regelungen bereits Aufenthaltsbeschränkungen in der Anfangszeit des Asylverfahrens vorsehen – über zusätzliche Maßnahmen müsse sorgfältig diskutiert werden.
Asylkompromiss als nächste Belastungsprobe
Der Streit fällt in eine Phase, in der SPD und Union ohnehin über den zukünftigen Kurs in der Asylpolitik ringen. Nach den jüngsten EU-Beschlüssen zur Verschärfung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) fordert die Union nationale Anpassungen. Die SPD hingegen will den Fokus auf Integration, Arbeitsmarktzugang und kommunale Entlastung legen. Ein gemeinsamer Kurs ist bislang nicht in Sicht, was den politischen Druck auf die Ampel-Regierung weiter erhöht.
Reaktionen aus Ländern und Kommunen
Auch Bundesländer und Kommunen sind gespalten. Während Bayern und Sachsen die Unionslinie unterstützen, warnen Länder wie Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz vor einer zusätzlichen Bürokratisierung. Der Deutsche Städtetag mahnt, dass rechtliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit nur dann sinnvoll seien, wenn sie mit einer besseren finanziellen Ausstattung der Kommunen einhergingen.
Quellen
Union drängt auf strengere Regeln: SPD lehnt Einschränkungen für Flüchtlinge ab
Streit um Asylmaßnahmen spitzt sich zu: Union fordert Einschränkungen für Flüchtlinge


