Familienunternehmen gelten in Deutschland als Inbegriff von Verlässlichkeit und langfristigem Denken, oft als „Fels in der Brandung“ der Sozialen Marktwirtschaft dargestellt. Forscher bezweifeln jedoch diese Idealisierung: Gründer seien überdurchschnittlich erfolgreich, ihre Kinder und Enkel hingegen unterdurchschnittlich in Führungsqualität und Profitabilität. Studien zeigen, dass der Familienbesitz selbst keinen signifikanten Vorteil für die Unternehmensleistung bietet.
Schwächen in der Generationenfolge
Ökonomen argumentieren, dass Erben selten die Kompetenzen der Gründer mitbringen und oft durch begrenzten Talentpool sowie intransparenten Strukturen behindert werden. Beispiele wie feindliche Übernahmen durch Familienfirmen wie Schaeffler widerlegen das Bild der tugendhaften, gewinnvermeidenden Idylle. Zudem scheitern viele Nachfolgen, was den Mythos von der automatischen Erfolgsgarantie untergräbt.
Politische Privilegien und Kritik
Der Verband der Familienunternehmer lobbyiert intensiv für Erbschaftsteuererleichterungen, die reichen Dynastien nutzen, während der Staat in Bildung und Soziales kürzen muss. Kontroversen um AfD-Nähe des Verbands verstärken die Debatte über Großkapital, getarnt als Mittelstand. Forscher fordern eine Neubewertung dieser Privilegien, da Erben nicht zwangsläufig gute Chefs sind.
Quellen
Forscher entzaubern den Mythos: Familienunternehmer nicht die besseren
Ökonomen zerpflücken den Familienunternehmer-Hype


