Der Ökonom Jens Südekum, Berater von Finanzminister Lars Klingbeil, schlägt vor, das Renteneintrittsalter nicht starr an 67 Jahren zu binden, sondern an die Anzahl der Beitragsjahre zu koppeln. Akademiker, die durch langes Studium später einzahlen, müssten dadurch länger arbeiten, um Fairness zu schaffen. SPD-Chefin Bärbel Bas unterstützt die Idee grundsätzlich und betont, wer früh einsteigt, könne früher ausscheiden.
Umfrageergebnisse: Knapp gespalten
Eine Forsa-Umfrage für den „Stern“ zeigt, dass 50 Prozent der Deutschen den Vorschlag befürworten, 48 Prozent ablehnen – deutlich enger als bei einer pauschalen Anhebung auf 67 Jahre, die nur 28 Prozent wollen. Der Widerstand ist bei Akademikern (51 Prozent dagegen) und Jungen (63 Prozent der 18- bis 29-Jährigen) am stärksten, während Hauptschulabsolventen (56 Prozent dafür) und Ostdeutsche (58 Prozent) ihn begrüßen.
Parteipräferenzen und Bildungsunterschiede
CDU/CSU-Wähler (56 Prozent) und AfD-Anhänger (54 Prozent) sprechen sich mehrheitlich für die Kopplung aus, SPD-, Grünen- und Linkenwähler (je 53–55 Prozent) dagegen. Bildung spielt eine Rolle: Abiturienten und Studierte lehnen mit 51 zu 46 Prozent ab, während Geringqualifizierte die Reform sinnvoll finden. Dies unterstreicht soziale Spannungen in der Rentendebatte.
Quellen
Rentendebatte: Deutsche uneins bei Kopplung an Beitragsjahre
Umfrage zeigt: Mehr Rente für Studierte oder Gerechtigkeit


