In Budapest haben am Samstag Zehntausende Menschen gegen Ministerpräsident Viktor Orbán demonstriert und seinen Rücktritt gefordert. Der Protest wurde von Oppositionsführer Péter Magyar organisiert, der die Regierung beschuldigt, einen Bericht über Missbrauch in staatlichen Kinderheimen vertuscht zu haben. Die Demonstranten zogen mit Fackeln durch die Stadt und skandierten Slogans wie „Orbán, hau ab!“.
Hintergrund des Skandals
Ein 2021 erstellter Regierungsbericht deckt rund 3.000 mutmaßliche Missbrauchsfälle in Kinder- und Jugendeinrichtungen auf, darunter über 320 Fälle sexueller Gewalt. Kritiker werfen Orbáns Regierung vor, diesen Bericht jahrelang geheim gehalten zu haben. Die Oppositionspartei Tisza von Magyar veröffentlichte den Bericht kürzlich, was die Proteste auslöste.
Verlauf der Demonstration
Der Marsch startete in Pest, führte über die Donau zum Burgpalast, dem Sitz von Orbán. Magyar führte den Zug an und trug ein Banner mit „Lasst uns Kinder schützen“. Schätzungen sprechen von über 50.000 Teilnehmern, was auf wachsende Unzufriedenheit hinweist.
Politische Bedeutung
Magyars Partei Tisza führt in Umfragen vor den Parlamentswahlen 2026. Die Proteste schwächen Orbáns Position weiter, nach früheren Demonstrationen zu Korruption und Steuergeldern. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Aktionen folgen.
Quellen
Zehntausende protestieren gegen Orban
Zehntausende fordern Rücktritt von Premier Orbán


