Nach Jahren relativer Stabilität erlebt Deutschland wieder eine deutliche Zunahme an Unternehmensinsolvenzen. Laut Daten des Statistischen Bundesamts und des Kreditversicherers Allianz Trade ist die Zahl der Pleiten 2025 auf den höchsten Stand seit 2014 geklettert. Fast jede Branche ist betroffen – besonders der Mittelstand und das Baugewerbe tragen die Last gestiegener Kosten, schwacher Nachfrage und hoher Zinsen.
Insolvenzen steigen rasant
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Unternehmenspleiten um rund 25 Prozent, wie aus aktuellen Erhebungen hervorgeht. Besonders auffällig ist, dass nicht nur kleine Betriebe betroffen sind – auch größere, ehemals stabile Unternehmen geraten zunehmend in Schieflage. Experten führen diese Entwicklung auf den Dreiklang aus Zinsanstieg, Energiepreisen und Konsumflaute zurück.
Ökonomen schlagen Alarm
Wirtschaftsforscher warnen vor einem strukturellen Problem: „Viele Firmen haben die vergangenen Jahre durch staatliche Hilfen überstanden, ohne echte finanzielle Reserven aufzubauen“, heißt es etwa bei Allianz Trade. Nun hole sie die Realität wieder ein. Besonders hart treffe es Betriebe mit niedrigen Margen und hohem Fremdkapitalanteil.
Ausblick
Während die deutsche Wirtschaft vielfach von Erholung spricht, zeigen die Pleitzahlen ein anderes Bild. Ohne baldige Wachstumsimpulse droht Deutschland 2026 eine zweite Insolvenzwelle – mit Folgen für Beschäftigung, Steuereinnahmen und das Vertrauen in die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Quellen
Insolvenzwelle rollt an: Deutschlands Wirtschaft erlebt so viele Pleiten wie seit 2014 nicht mehr
Alarmstufe Rot: Firmenpleiten steigen auf den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt

