Nach ukrainischen Angaben hat Russland am Wochenende einen Staudamm in der Region Charkiw angegriffen. Der Angriff führte zu erheblichen Schäden an der Wasserinfrastruktur und bedrohte umliegende Siedlungen durch steigende Pegelstände. Laut dem ukrainischen Energieministerium seien mehrere Landkreise in der Region ohne Wasser- und Stromversorgung geblieben. Nach Einschätzung ukrainischer Behörden handelte es sich um einen gezielten Schlag gegen lebenswichtige Versorgungsstrukturen – ein Vorgehen, das Russland seit Monaten im Rahmen seiner Strategie zur Schwächung der zivilen Infrastruktur fortsetzt.
Folgen für Anwohner und humanitäre Lage
Rettungskräfte evakuierten Teile der Bevölkerung entlang des betroffenen Flusses. Das Katastrophenschutzministerium warnte vor erhöhter Überschwemmungsgefahr. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass mehrere Brücken und Zufahrtsstraßen beschädigt wurden. Internationale Beobachter betonen, dass der Angriff erneut die fragile humanitäre Situation in der Ostukraine verschärft. Insbesondere in den Regionen Charkiw, Sumy und Dnipropetrowsk sei die Versorgungslage durch wiederholte russische Luftschläge zunehmend kritisch.
Reaktionen aus Kiew und dem Westen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „Terrorakt gegen die Zivilbevölkerung“ und forderte verstärkte militärische Unterstützung durch westliche Partner. Aus Brüssel und Washington kamen scharfe Verurteilungen des Angriffs. Die EU-Kommission erklärte, Angriffe auf zivile Infrastruktur verstießen gegen internationales humanitäres Recht. Moskau äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Russische Militärkanäle sprachen von einem „taktischen Schlag gegen militärische Ziele in der Nähe von Charkiw“, ohne Belege vorzulegen.
Einordnung durch Experten
Militärexperten bewerten den Angriff als Teil der russischen Strategie, die Ukraine im Winter durch gezielte Schläge auf Energie- und Wasserversorgung zu schwächen. Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums versucht Russland damit, die Moral der Bevölkerung zu treffen und den Druck auf die Regierung in Kiew zu erhöhen.
Quellen
Angriff auf Staudamm bei Charkiw: Russische Streitkräfte setzen erneut auf gezielte Zerstörung
Charkiw unter Beschuss: Moskau greift ukrainische Wasserinfrastruktur an