Seit Oktober herrscht Funkstille zwischen der Nexperia-Zentrale in den Niederlanden und den Werken in China, ohne dass eine Lösung absehbar ist. Dieser Konflikt bedroht besonders die Autoindustrie durch Lieferengpässe bei wichtigen Chips.
Auslöser des Konflikts
Die niederländische Regierung übernahm Ende September die Kontrolle über Nexperia vom chinesischen Eigentümer Wingtech, um Technologietransfers nach China zu verhindern. Bedenken bestanden hinsichtlich geistigen Eigentums und Verlagerung von Produktionsanlagen, etwa aus Hamburg. China reagierte mit einem Exportverbot für Nexperia-Produkte aus chinesischen Werken, was rund 70 Prozent der Verpackung betrifft.
Funkstille seit Oktober
Nexperia Niederlande hat mehrmals den Dialog gesucht, doch chinesische Niederlassungen antworten nicht, wie ein offener Brief am 28. November zeigt. Die Zentrale stoppte Wafer-Lieferungen nach China wegen Zahlungsausfälle und sucht Alternativen. Diplomatische Gespräche, etwa zwischen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Chinas Handelsminister Wang Wentao, brachten keine Durchbrüche.
Auswirkungen auf die Autoindustrie
Automobilhersteller wie Volkswagen, BMW und Zulieferer wie Bosch leiden unter Engpässen bei Basischips, was Produktionsstopps drohen lässt. Nexperia-Kunden prüfen Workarounds wie direkte Wafer-Käufe. Die globale Halbleiter-Lieferkette bleibt fragil, da der Streit andauert.
Diplomatische Bemühungen
China kritisiert die niederländischen Eingriffe und fordert Rücknahme der Maßnahmen, während die Niederlande Entspannung andeuten, aber Kontrolle teilweise behalten. EU-Kommissar Maros Sefcovic und andere drängen auf unternehmensinterne Lösungen. Trotz früherer Lockerungen hält die Krise an.
Quellen
Im Streit über Nexperia bleiben die Fronten verhärtet
China teilt im Chip-Streit gegen die Niederlande aus