Im Oktober 2025 kam es zu bedeutenden Entwicklungen in den informellen Verhandlungen zwischen den Beratern von US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin. Steve Witkoff, Trumps Sondergesandter und Hauptansprechpartner für den Kreml, führte Gespräche mit hochrangigen Putin-Beratern, darunter Kirill Dmitriev, dem Leiter des russischen Staatsfonds. Dabei gab Witkoff explizit Ratschläge, wie Putin und sein Umfeld ihre Friedensinitiative zum Ukraine-Konflikt am besten gegenüber Trump präsentieren sollten. Witkoff empfahl, einen Verhandlungsansatz zu wählen, der eine Übereinkunft erleichtert, etwa durch das Betonen von Kompromissbereitschaft und einer ausführlichen Punkteliste zu Friedensbedingungen. Die Strategie basiert auf klassischen Verhandlungsprinzipien und wurde als Teil eines 28-Punkte-Plans erarbeitet, der vor allem russische Interessen betonte, aber auch die Einbindung Europas vorsah, insbesondere die Zusage, dass die Ukraine nicht der NATO beitreten dürfe.
Die Rolle von Steve Witkoff im Verhandlungsprozess
Steve Witkoff hat sich als Schlüsselakteur zwischen den USA und Russland etabliert. Er koordinierte nicht nur Gespräche mit hohen russischen Vertretern, sondern arbeitete auch eng mit anderen Beratern wie Jared Kushner zusammen, dem informellen Berater und Schwiegersohn Trumps. Sie entwickelten eine Vorschlagsstruktur, die im Kern Russland signifikante Gebietsansprüche an der Ukraine zugestand, darunter den Donbas, und umfassende Einschränkungen für die ukrainische Armee beinhaltete. Witkoff verteidigte sein Vorgehen damit, dass die Präsentation der russischen Positionen an Trump als Dealmaker zu sehen sei, der nach Kompromissen suche.
Politische und diplomatische Implikationen
Diese Beraterkontakte und die resultierenden Vorschläge erzeugten große Aufmerksamkeit und teils Kritik in der internationalen Öffentlichkeit. Kritiker warfen der Trump-Administration vor, zu stark auf russische Forderungen einzugehen und damit Ukrainas Souveränität zu gefährden. Unterstützung kam dagegen auch von Teilen der deutschen Politik, die eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts begrüßten, wenn auch skeptisch gegenüber der russischen Haltung blieben. Die Enthüllungen zeigen eine enge, wenn auch informelle Verhandlungsachse zwischen den Präsidenten Beratern, die diplomatische Kanäle außerhalb offizieller Regierungswege nutzte.
Persönliche Einschätzungen und Hintergründe
Witkoff äußerte sich positiv über Putin, den er als aufrichtig und komplex in seiner Lage beschrieb. Putin hatte ihm laut Bericht sogar von einem Besuch in einer lokalen Kirche erzählt, wo er nach einem Anschlagsversuch auf Trump im Juli 2024 für den US-Präsidenten gebetet haben soll. Dieses ungewöhnliche Detail unterstreicht die persönliche Beziehungsebene, die zusätzlichen Einfluss auf die politischen Verhandlungen gehabt haben könnte.
Quellen
Trump verteidigt seinen Sondergesandten Witkoff
Wie Trumps Berater Putins Berater beriet