Die Digitalisierung hat die Investmentwelt von Grund auf verändert. Heute kann praktisch jeder innerhalb weniger Minuten zum Investor werden und jederzeit von Zuhause aus in attraktive Anlageprodukte investieren. Doch dieser einfache Zugang zu sämtlichen Wertanlagen hat auch zu einem negativen Trend beigetragen: Digitaler Finanzbetrug hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, und manchmal tarnt er sich als seriöse Beratung. Kriminelle und Betrüger setzen dabei auf mehrere Maschen, um an das Vermögen ihrer Opfer zu gelangen. Dieser Artikel gibt einen Einblick in die beliebtesten Methoden des Finanzbetrugs und wie man sich effektiv davor schützen kann.
Investoren zunehmend von Finanzbetrug betroffen
Obwohl Banken und Broker sehr viel Geld in Sicherheitsmaßnahmen investieren, sind die steigenden Gefahren nicht von der Hand zu weisen. So haben beispielsweise Karten- und Konten-Betrug zuletzt wieder zugenommen. Phishing bleibt eine besonders hohe Gefahr, es gibt mittlerweile aber auch eine Vielzahl weiterer Betrugsmaschen.
Im Wesentlichen geht es Angreifern darum, Zugang zu Konten und Vermögen zu erhalten. Das kann Online-Banking betroffen oder sich auf gestohlene Kreditkartendaten beziehen. Ebenfalls beliebt: Kryptowährungen. Diese erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit und lassen sich einfach einlösen bzw. abgreifen, ohne Spuren zu hinterlassen.
Die Opfer bleiben meistens auf den Schäden sitzen, da Kriminelle das gestohlene Geld spurlos ins Ausland überweisen. Deswegen ist es heute für jeden Investoren unabdingbar, sich zu den Gefahren im Internet ausgiebig zu informieren. Angreifer haben es nämlich auf unwissende und leichtgläubige Opfer abgesehen – bei Widerstand ziehen sie schnell weiter.
So gelangen Betrüger an fremde Konten und Vermögen
Phishing bleibt nach wie vor eine Gefahr
Zu den gängigsten Gefahren für Investoren aus aller Welt gehört nach wie vor das Phishing. Früher war das die klassische E-Mail, heute erfolgt die Kontaktaufnahme auch zunehmend über SMS und Messenger-Dienste wie WhatsApp. Das Ziel ist aber meistens identisch: Es werden hohe Renditen versprochen, weitere Details finden sich im Link oder im Anhang.
Auf der verlinkten Seite oder im Anhang befindet sich dann oft Schadsoftware, die gerne als Investmentplattform oder ähnliches getarnt wird. Im Hintergrund durchsucht sie das ganze System nach sensiblen Kontodaten, die sie dann über das Internet an die Angreifer verschickt. Das Opfer bekommt davon erst etwas mit, wenn es bereits zu spät ist.
Nachgebaute Seiten und Anwendungen
Ein Phishing-Link kann aber ebenfalls auf eine nachgebaute Seite führen, so zum Beispiel zur Bank, PayPal oder der Kryptobörse. Die Betrüger versehen es oft mit der Bitte, aus Sicherheitsgründen das Passwort zu wechseln. Wer sich jedoch an der nachgebauten Seite anmeldet, schickt die aktuellen Zugangsdaten direkt an die Kriminellen.
Seriös wirkende Investmentportale und Anwendungen werden ebenfalls teilweise nachgebaut. Sie bewerben dann wertlose Investments, hinter denen die Betrüger stecken. Webdesign ist dank Systemen und KI heute gar nicht mal mehr so kompliziert, sodass sich solche Seiten relativ schnell entwerfen lassen.
Deepfakes von bekannten Persönlichkeiten
KI (Künstliche Intelligenz) hat zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten geschaffen. Die neue Technologie kann aber leider auch für gezielten Finanzbetrug eingesetzt werden. So gab es bereits mehrere gefälschte Videos bzw. Deepfakes mit bekannten Persönlichkeiten, die ein bestimmtes Finanzprodukt mit sagenhaften Renditen bewarben.
Weltberühmte Akteure wie Brad Pitt, Cristiano Ronaldo und George Clooney werden besonders gerne imitiert, weil hierfür ausreichend Videomaterial bereitsteht. Doch auch Menschen aus der Geschäftswelt wie Elon Musk oder Warren Buffett werden häufig als Deepfake genutzt, um Betrugsmaschen zu bewerben. Oft geht es darum, Kryptowährungen zu überweisen.
Falsche Investorengruppen bzw. Investment-Scams
Beim sogenannten Investment-Scam geben sich die Betrüger als seriöse, erfolgreiche Investoren aus. Sie locken mit attraktiven Renditen und laden einen in eine Gruppe ein, beispielsweise über WhatsApp. Dort berichten dann die Mitglieder von ihren Erfolgen. Was das Opfer jedoch nicht weiß: Alle anderen Teilnehmer sind automatisierte KI-Chatbots.
Es geht den Betrügern darum, Vertrauen aufzubauen, bis ein Opfer ihnen auf die ein oder andere Weise Geld für Investitionen zukommen lässt. Manchmal kann das Opfer auf einer nachgebauten Seite vermeintliche Erfolge sehen, um weiteres Geld nachzuschießen. Doch in der Realität ist das Investment bereits weg und eine Abhebung nicht möglich.
Auf die Warnzeichen bei Finanzbetrug achten
Es gibt mehrere Warnzeichen, an denen man einen möglichen Betrug erkennen kann. Zunächst arbeiten Kriminelle gerne mit Druck. Sie schreiben Phishing-Nachrichten, die einen zur sofortigen Handlung auffordern. Wer dabei Zweifel an der Echtheit hat, sollte lieber die URL selbst per Hand eingeben, anstatt auf einen Link zu klicken oder gar einen Anhang zu öffnen.
Ein weiteres Warnzeichen: Betrüger versprechen oft unrealistisch hohe Renditen, gerne in kürzeren Zeiträumen. 20 % Rendite pro Monat sind keine Seltenheit, und das ohne jegliches Risiko. Bei jedem seriösen Investoren sollten hier bereits alle Alarmglocken läuten. Denn auf das Jahr gerechnet wären das 240 % plus Zinseszins – eine fast schon absurde Zahl.
Weiterer Tipp: VPN im öffentlichen WLAN nutzen
Wer darüber hinaus gerne Transaktionen im öffentlichen WLAN macht, sollte unbedingt alle Übertragungen mithilfe eines VPN verschlüsseln. Sonst können Angreifer im gleichen Netzwerk Konto- oder Zugangsdaten abgreifen. Es gibt zwar kostenlose VPNs, diese sind aber aufgrund veralteter Technologien und schlechtem Datenschutz nicht empfehlenswert.
Die bessere Alternative: Einige seriöse VPN-Anbieter gewähren eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie, sodass der Dienst risikolos getestet werden kann und somit einem kostenlosen VPN innerhalb der Testphase in nichts nachsteht. Zudem bieten einige VPN-Apps zusätzlichen Schutz gegen Schadsoftware und warnen vor betrügerischen Seiten.


